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Aljas Eindrücke "Norwegen 2009"

 „Hallo, ich heiße Alja und bin klettersüchtig. Ich bin jetzt einen Tag nicht geklettert … – Bin ich hier nicht bei den anonymen Klettersüchtigen?“
[Alja aus Süddeutschland]

 

Ich soll einen Bericht über die Kletterreise nach Norwegen schreiben. Na gut, da ich seit anderthalb Jahren, wenn ich es nicht gerade tue, dann doch wenigstens vom Klettern träume, kann ich wohl ebensogut darüber etwas schreiben.

Und Norwegen, hmm …! Ich dachte immer, wenn ich irgendwohin auswandern möchte, dann dahin, wo's warm ist, wo die Sonne immer scheint und man jeden Tag im Meer baden möchte. Weit gefehlt! Nach Teneriffa und 2 Mal Südfrankreich dieses Jahr hat mich nun tatsächlich Norwegen in seinen Bann gezogen. .... aber ich interessiere ja gar nicht...

„Norwegen kann man da überhaupt klettern?“, war eine der häufig gestellten Fragen, wenn ich mein Reiseziel für Juli bekannt gab. Einen Kletterführer gibt’s jedenfalls, also gleich bestellt und dann im Abreisestress prompt zu Hause vergessen.

Zum Glück reise ich ja aber nicht alleine, bei Petra finde ich in Hamburg nicht nur Unterschlupf für die Nacht bevor es losgeht gen Norden. Kletterführer hat sie natürlich und, noch wichtiger, ihre eigene Ortskenntnis.

Am Nachmittag des folgenden Tages erreichen wir dann also unser Ziel: Brokke im Setesdal nördlich von Kristiansand. Auf uns wartet ein gemütliches großzügiges norwegisches Ferienhaus mit schöner Terrasse und Blick auf die Felsen

„Wie wär’s mit Klettern, jetzt? Ich hole mal schnell mein Zeug …“ – „Wiiie??? Es ist schon spät!“ – „Iss’ doch noch voll hell“ – „Wie? Hell schon, aber eigentlich schon Nacht: Hessel wartet mit einem interessanten norwegischen Abendessen?“

Ok, es gab also Römmegröt – schreibt sich das echt so? Etwas gewöhnungsbedürftig, Brei mit Zimt und Zucker und, als Beilage gewissermaßen, Knäckebrot mit verschiedenen Schinken und karamellisiertem Käse, ja!, karamellisiertem Käse. War aber doch sehr lecker.

Gemütliche Atmosphäre im extra für uns länger geöffneten Campingplatzcafe und sehr netter Bewirtung. Nach dem Essen war es dann aber immer noch hell. „Gehen wir jetzt endlich klettern?“ – „Erstmal schlafen und morgen dann!“ – „Na gut.“

Also, an die Helligkeit bis nachts um halb zwölf musste ich mich erstmal gewöhnen. Es zeigte sich aber, dass man praktischerweise – im Falle von zu viel Energie – auch nach dem Abendessen noch die Umgebung mit ihren Wasserfällen und schönen moosgrünen Wäldern erkunden kann.

Am nächsten Tag ging’s dann aber zum Glück – endlich!!! – zum Felsen. Eine kurze Autofahrt von 10 Minuten und schon sind wir am da, noch mal 15 Minuten Zustieg auf kleinen Pfaden den Berg hoch und schon sind wir am Einstieg: die Felsen !!! Hurra! … Und es gibt sie in allen Schwierigkeitsgraden, gut abgesichert oder gar nicht abgesichert, Einseillängen und Mehrseillängen, Plattenkletterei und Touren ohne Griffe oder Tritte, das Klettererherz schlägt höher!!!

Schwer zu erraten, was wir die nächsten Tage getan haben: Wir lagen auf der Terrasse in der Sonne, haben gegessen,  gefaulenzt und Romane gelesen und uns so richtig schön erholt … Glaubt Ihr nicht mmmh?? Na gut, manchmal sind wir auch schwimmen gewesen, sind von vier Metern Höhe in Badegumpen gesprungen.“

Klettern??? …stimmt da war noch was, jetzt erinnere ich mich wieder, es war eigentlich auch toll, stimmt, schöne Mehrseillängenrouten ohne Standplatzstau mit wunderschönem Blick übers Setesdal, viel zu lernen vom Seilhandling in 3er-Seilschaften, über’s Keile und Friends legen bis zu Prusik-Übungen im Keller. – Noch mal danke dafür!, die Möglichkeit nach Kräften, Wünschen und Können vor- oder nachzusteigen…

Auch das Abendprogramm war nicht zu verachten. Zum einen das leckere von Petra und Markus – unseren Klettertrainern – gekochte Essen, zum zweiten das Grillen und die Diashow beim Kletterercafe im Zelt am Campingplatz – immer diese Wildbäche, müssen die denn so laut sein??? …Stellt das mal ab! „Gell, Petra?“ Wo war ich stehengeblieben? Abendprogramm, ach ja. Ein Highlight war sicherlich die Lesung von Peter Brunnert aus seinen Büchern mit Klettergeschichten.

… und auch die mehrfach angebotene Kanutour wäre bestimmt toll geworden, hätten wir einen Klettertag opfern wollen, nur gab es leider so viel zu tun!!!

Auch jetzt sind noch so viele Routen ungeklettert, dass ich nächstes Jahr einfach wiederkommen muss!

Bis dann also!

Alja

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