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Spontan Last Minute gebucht: "Sardinien 2009"

Mein Klettertag beginnt mit einem Kopfsprung ins Meer. Das türkisfarbene Wasser in der Bucht, der leuchtende Strand und das satte Grün des dahinterliegenden Waldes machen mich geradezu übermütig – das Mittelmeer ist im Mai noch unverschämt kalt, die die warme Morgensonne täuscht. Das nächste Mal nehme ich wieder das Dingi, soviel steht fest. Aber jetzt will ich mir keine Blöße geben und schwimme bis an den Strand.

René bringt unsere Klettersachen mit dem Dingi an Land, wo wir uns von der Sonne trocknen und wärmen lassen. Die Kalkfelsen sind meistens schön griffig. Schnell vertraut man auch den kleinen Griffen und man kann super auf Reibung stehen. Und dank der komfortablen Hakenabstände wandelt sich der anfänglich zögerliche Respekt in Genuss und Kletterlust!

Jens hat sich perfekt in die Topos entlang unserer Reiseroute eingefuchst und weiß für jeden Anspruch eine lohnende Route: Genusstouren im Vorstieg oder eine Herausforderung im Toprope annehmen, Mehrseillängenrouten – für alles ist gesorgt.

Die Yacht erweist sich als das ideale Verkehrsmittel. Viele attraktive Gebiete liegen an der Küste und in den Schluchten der Flussmündungen. Von Land aus wären sie über zweistündige Zustiege zu erreichen. Mit der „Berlin“ ankern wir in Sichtweite. Anders als Autofahren ist das Segeln Entspannung und Erlebnis schon bei der Hinfahrt. Und obwohl wir nur fünf bis sieben Knoten machen, sind wir wahrscheinlich schneller als wir es mit einem Auto von einer Landunterkunft aus wären.

Das Wetter meint es auch ausgesprochen gut mit uns. Es ist warm und das Segeln entspannt. Manchmal ist der Wind so sanft, dass wir die Maschine zu Hilfe nehmen müssen. Aber wir können uns tag und nacht über das ganze Schiff verteilen und so ist es gar nicht eng an Bord.

Unsere Ankerplätze in den Buchten sind so ruhig, dass wir nachts keine Ankerwachen einteilen müssen. Für alle Eventualitäten wacht der GPS-gesteuerte Ankeralarm. Auch wenn die Berlin mit sieben Leuten fast voll belegt ist, schlummert jeder komfortabel in einer Doppelkoje oder unterm Sternenhimmel an Deck.

Das Highlight in jeder Beziehung auf dieser Tour ist wohl die „Goloritze“ gewesen. Die markante 140 Meter hohe Felsnadel steht in der nach ihr benannten Bucht vor einer malerischen Felswand. Schon der Ausblick von Bord während wir in die Bucht einlaufen ist berauschend. Während Jens und Petra in die sieben Seillängen 6b einsteigen, vertreiben wir uns den Nachmittag mit Bouldern entlang der Felsküste. Ich lasse meine Schuhe zurück und schwimme durch den imposanten Torbogen im Fels und kraxle barfuß weiter. Ich freu mich wie ein Kind auf einem Abenteuerspielplatz.

… Arbeiten geht gar nicht nach dieser Woche!!!

Markus

 

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